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USA und China: China will laut Trump Öl aus den USA kaufen

May 15, 2026  Twila Rosenbaum  9 views
USA und China: China will laut Trump Öl aus den USA kaufen

US-Präsident Donald Trump hat am Rande seines Staatsbesuchs in China bekannt gegeben, dass die chinesische Regierung Interesse am Kauf von Öl aus den Vereinigten Staaten bekundet habe. In einem Interview mit dem Sender Fox News erklärte Trump, die Regierung von Präsident Xi Jinping habe dem zugestimmt. China wolle demnach auch Sojabohnen und Flugzeuge aus den USA kaufen.

Wirtschaftliche Signale aus Peking

Das Interview wurde am späten Donnerstagabend in den Vereinigten Staaten ausgestrahlt. Trump beendete am Freitag sein zweitägiges Treffen mit Xi. Auf seiner Online-Plattform äußerte sich Trump vielversprechend: „Ich hoffe, dass unsere Beziehung zu China stärker und besser sein wird als je zuvor“, schrieb er. Die chinesische Seite bestätigte die Gespräche und betonte das gegenseitige Verständnis.

Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums sagte am Freitag, dass Trumps Treffen mit Xi das Vertrauen vertieft und die Zusammenarbeit vorangebracht habe. Laut chinesischen Staatsmedien hätten beide Seiten einen wichtigen Konsens darüber erzielt, wie die Bedenken des jeweils anderen angemessen behandelt werden sollen. Xi und Trump verständigten sich darauf, die Kommunikation und Koordination zu internationalen und regionalen Fragen zu verstärken.

Boeing-Deal und Reaktionen an den Börsen

In dem Fernsehinterview stellte Trump vor allem Wirtschaftserfolge seiner Reise in Aussicht. China habe Interesse am Kauf von 200 Boeing-Flugzeugen bekundet, behauptete er. Staatschef Xi habe zugesagt, bei dem US-Konzern „200 Jets zu bestellen“. Laut Fox News handelt es sich um Passagierflugzeuge vom Typ Boeing 737. Trump selbst sprach lediglich von „großen“ Maschinen. Der Flugzeughersteller kommentierte die Angaben nicht.

Die Ankündigung sorgte an den Börsen für Enttäuschung, denn Analysten hatten mit einem größeren Boeing-Deal gerechnet. Die Investmentfirma Jefferies etwa ging von bis zu 500 zusätzlichen Flugzeugen für China aus. An der Wall Street gab der Aktienkurs von Boeing deshalb zeitweise um mehr als 4,0 Prozent nach. Experten werteten dies als Zeichen, dass die Erwartungen an einen schnellen Handelsdurchbruch zu hoch gewesen seien.

Landwirtschaftliche Importe und die Folgen des Handelsstreits

Laut dem Fox-News-Moderator Sean Hannity soll Xi bei seinem Treffen mit Trump überdies Interesse am Kauf von Sojabohnen aus den USA bekundet haben. Davon würden Amerikas Landwirte profitieren. Außenminister Marco Rubio sagte dem Sender NBC, „es werden einige landwirtschaftliche Einkäufe“ infolge der Reise getätigt. China hatte wegen des Handelsstreits mit den USA seine Importströme umgelenkt und zuvor kleine Mengen Öl aus den USA eingeführt, bevor Trump Zölle verhängte.

China ist ein wichtiger Abnehmer von Öl aus dem Iran. Nach den Zollerhöhungen hatte die Volksrepublik ihre Sojabohnen-Importe aus den USA stark zurückgefahren und stattdessen vermehrt aus Brasilien bezogen. Dies traf US-Farmer hart, von denen viele zu Trumps Kernwählerschaft zählen. Die Aussicht auf neue chinesische Käufe könnte daher auch innenpolitisch Bedeutung haben.

Taiwan-Frage und geopolitische Spannungen

In ihrer Zusammenfassung nach dem Spitzengespräch ließ die US-Seite das umstrittene Thema Taiwan unerwähnt. Trump gab auf Fragen von Journalisten dazu keine Antwort. US-Außenminister Marco Rubio sagte jedoch dem Sender NBC News, Taiwan sei Thema gewesen: „Die Chinesen sprechen es immer an. Wir stellen immer unsere Position klar und gehen dann zu den anderen Themen über“, sagte Rubio. Die US-Politik in der Taiwan-Frage habe sich nicht geändert.

Xi machte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua zugleich deutlich, dass es zu Spannungen oder sogar Konflikten zwischen beiden Ländern kommen könne, sollte die Taiwan-Frage schlecht gehandhabt werden. Dies könnte die Beziehungen zwischen China und den USA in eine „äußerst gefährliche Lage bringen“, sagte er. China beansprucht den Inselstaat für sich. Die USA unterhalten seit Jahrzehnten informelle Beziehungen zu Taiwan, was Peking als Einmischung in innere Angelegenheiten betrachtet.

Straße von Hormus und die Iran-Dimension

Auch der Krieg mit dem Iran war Thema der Gespräche. Die USA hoffen auf chinesische Unterstützung, um die für den globalen Ölhandel wichtige Straße von Hormus offen zu halten. Nach Darstellung Trumps signalisierte Xi Bereitschaft zur Unterstützung und bot Hilfe an. Nach Angaben der US-Regierung sind sich beide Seiten einig, dass die Meerenge für den Energietransport offen bleiben müsse. Xi soll bekräftigt haben, dass China eine Militarisierung der Straße und Gebühren für eine Durchfahrt ablehne.

Das chinesische Außenministerium schrieb am Freitag in einer Mitteilung: „Jetzt, wo die Tür für Dialog geöffnet wurde, sollte sie nicht wieder geschlossen werden.“ Dabei solle eine Lösung „die Bedenken aller Parteien zum iranischen Atomprogramm berücksichtigen“ und die Schifffahrtswege sollten so schnell wie möglich wieder geöffnet werden.

Bilanz des Besuchs

Xi Jinping hatte das Verhältnis zwischen China und den USA bei einem pompösen Staatsbankett am Donnerstag als die wichtigste Beziehung der Welt bezeichnet. „Wir müssen sie zum Erfolg führen und dürfen sie niemals scheitern lassen“, fügte er hinzu. Beide Staatschefs wollten vor Trumps Rückflug in die USA noch gemeinsam Tee trinken und zu Mittag essen. Die Entwicklung der Handelsbeziehungen bleibt jedoch mit vielen Unwägbarkeiten behaftet, da die Zölle auf chinesische Waren weiterhin bestehen und die Strukturdefizite ungelöst sind.


Source: DIE ZEIT News


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