Die New York Knicks haben es geschafft: Zum ersten Mal seit 1999 stehen sie wieder im Finale der National Basketball Association (NBA). Das Traditionsunternehmen aus der größten Stadt der USA besiegte im vierten Spiel der Conference Finals die Cleveland Cavaliers mit 130:93 und gewann die „Best of seven“-Serie überlegen mit 4:0. Damit endet eine 27-jährige Durststrecke für das Franchise, das zu den legendärsten der Liga gehört.
Dominanter Start und historische Serie
Die Knicks legten bereits im zweiten Viertel einen 20:0-Lauf hin und setzten sich mit 50:26 ab. Cleveland erholte sich nie von diesem Schock. Der Vorsprung wuchs stetig an, am Ende stand ein Kantersieg, der die Cavaliers-Fans in Ohio verstummen ließ. Mit dem Erfolg stellten die Knicks einen Franchise-Rekord auf: Elf Playoff-Siege in Folge – die drittlängste Siegesserie innerhalb einer NBA-Postseason. Jalen Brunson, der als wertvollster Spieler der Serie ausgezeichnet wurde, erzielte durchschnittlich 25,5 Punkte und 7,8 Assists. Karl-Anthony Towns steuerte im entscheidenden Spiel 19 Punkte und 14 Rebounds bei und war Topscorer der Partie.
Historischer Kontext: Die Knicks im Wandel der Zeit
New Yorks Basketballfans haben eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Die großen Erfolge datieren aus den frühen 1970er-Jahren: 1970 und 1973 gewannen die Knicks die Meisterschaft unter der Führung von Stars wie Willis Reed, Walt Frazier und Bill Bradley. Nach einer erfolglosen Phase in den 1980er-Jahren kehrte das Team unter Patrick Ewing in den 1990er-Jahren an die Spitze zurück. 1994 stand man erneut im Finale, unterlag jedoch den Houston Rockets in sieben Spielen. Der letzte Finaleinzug 1999 – damals noch mit Latrell Sprewell, Allan Houston und Larry Johnson – endete mit einer 1:4-Niederlage gegen die San Antonio Spurs. Nun, 27 Jahre später, ist die Bob Cousy Trophy für den Eastern-Conference-Sieger wieder in den Händen der Knicks.
Die aktuelle Mannschaft um Trainer Mike Brown hat eine beeindruckende Entwicklung genommen. Brown, der bereits 2007 mit den Cavaliers im Finale stand, hat die Knicks zu einer defensivstarken und teamorientierten Einheit geformt. Die Verpflichtung von Karl-Anthony Towns im Sommer 2024 erwies sich als Glücksgriff. Der Center aus der Dominikanischen Republik bringt nicht nur Scoring, sondern auch Führungsqualitäten mit. Jalen Brunson, der als Free Agent von den Dallas Mavericks kam, hat sich zu einem der besten Point Guards der Liga entwickelt. Zusammen bilden sie das Herzstück des Teams.
Der Weg ins Finale: Eine Playoff-Reise der Extraklasse
Die Knicks starteten die Postseason als drittplatzierte Mannschaft der Eastern Conference. In der ersten Runde besiegten sie die Atlanta Hawks mit 4:2. Es folgte ein hart umkämpftes Halbfinale gegen die Philadelphia 76ers, das ebenfalls mit 4:3 endete. In den Conference Finals trafen sie auf die Cleveland Cavaliers, die zuvor die Toronto Raptors (4:3) und die Boston Celtics (4:3) ausgeschaltet hatten. Cleveland galt vielen Experten als Geheimfavorit, doch die Knicks zeigten keine Schwäche. Die Serie war bereits nach drei Spielen entschieden, als New York in Cleveland mit einem 130:93-Erfolg den Sweep perfekt machte.
Prominente Fans und die Sehnsucht nach dem Titel
Die Knicks-Fans sind legendär. Unter den mitgereisten Anhängern in Ohio befanden sich prominente Gesichter wie Regisseur Spike Lee, Schauspieler Tracy Morgan und Oscar-Nominierter Timothée Chalamet. Sie alle eint die Hoffnung auf den dritten NBA-Titel der Franchise-Geschichte. Der letzte Meisterpokal wurde 1973 gewonnen – das ist 53 Jahre her. „Ich habe das Gefühl, dass das Wort ‚Hoffnung‘ schon lange nicht mehr mit dem Namen der New York Knicks verbunden war. Dass ich Teil dieses Teams sein darf, das den Fans diese Hoffnung zurückgibt, ist etwas ganz Besonderes“, sagte Karl-Anthony Towns nach dem Aufstieg.
Ausblick auf das Finale: Gegner noch offen
Im Endspiel werden die Knicks entweder auf Titelverteidiger Oklahoma City Thunder oder die San Antonio Spurs treffen. In der Western-Conference-Serie steht es nach vier Spielen 2:2. Die Spurs, angeführt vom erfahrenen Gregg Popovich und Superstar Victor Wembanyama, haben zuletzt mit einem 103:82-Sieg in Oklahoma City ausgeglichen. Die Thunder hingegen setzen auf junge Dynamik um Shai Gilgeous-Alexander und Chet Holmgren. Beide Teams sind ernstzunehmende Gegner. Die Spurs haben zudem historische Verbindungen zu den Knicks: Im Finale 1999 unterlagen New York San Antonio mit 1:4. Ein Wiedersehen wäre also auch eine Reise in die Vergangenheit.
Die Knicks haben in dieser Saison gezeigt, dass sie auf Augenhöhe mit den besten Teams der Liga sind. Ihre Defensive gehört zu den besten der NBA, und im Angriff verlassen sie sich auf eine perfekte Mischung aus Inside- und Outside-Scoring. Sollten sie tatsächlich den Titel gewinnen, wäre es der erste Meisterpokal seit über fünf Jahrzehnten – ein Triumph, der die Basketballstadt New York ins 21. Jahrhundert katapultieren würde. Die Vorfreude ist riesig, die Erwartungen hoch. Eines steht fest: Die Knicks sind zurück auf der ganz großen Bühne.
Source: sport.ORF.at News