Robert Downey Jr. gehört zu den bekanntesten Gesichtern im Marvel Cinematic Universe (MCU). Im Verlauf von elf Jahren hat der Darsteller seine Rolle als Tony Stark alias Iron Man in ganzen zehn Filmen verkörpert. Dabei war das Studio damals überhaupt nicht von der Besetzung begeistert, wie einer der Gründer der Marvel Studios im Gespräch mit The New Yorker verriet.
„Und ich… bin Iron Man“: Mit diesen Worten hat sich Robert Downey Jr. 2019 in „Avengers: Endgame“ endgültig von seiner ikonischen Marvel-Rolle verabschiedet. Doch bevor der Schauspieler für das MCU vor die Kamera trat, war er eher für seine Drogendelikte sowie seine Gesetzeswidrigkeiten in den Medien präsent.
Nach Erfolgen mit Filmen wie „Chaplin“, „Short Cuts“ sowie „Natural Born Killers“ musste Robert Downey Jr. aufgrund seines Drogenmissbrauchs einen Karriereabsturz verzeichnen, weshalb er für den Vorstand der Marvel Studios nicht als Darsteller für Tony Stark infrage kam. David Maisel, einer der Gründer sowie ehemaliger Chef der Produktionsfirma, erklärte:
„Mein Vorstand hielt mich für verrückt, die Zukunft des Unternehmens in die Hände eines Drogensüchtigen zu legen. Ich habe ihnen klargemacht, wie gut er für die Rolle geeignet war. Wir hatten alle das Vertrauen, dass er clean war und es auch bleiben würde.“
Bei der Wahl der Besetzung standen sich letztendlich zwei Favoriten gegenüber: Robert Downey. Jr und der aus „Deadwood“ sowie„Justified“ bekannte Timothy Olyphant. Jon Favreau, Regisseur der ersten zwei „Iron Man“-Filme sowie Darsteller der MCU-Figur Happy, hatte sich jedoch für Robert Downey Jr. stark gemacht, sodass letzten Endes jener Darsteller besetzt wurde, den der Vorstand der Marvel Studios zunächst für ungeeignet hielt.
Mit mehr als 35 Spielfilmen sowie zahlreichen Serien bietet das MCU genügend Platz für raffinierte Easter Eggs. In unserem Video stellen wir euch einige davon vor:
Robert Downey Jr. landet auf Platz 3 der meisteingesetzten Marvel-Stars
Gemeinsam mit Mark Ruffalo („Shutter Island“), Chris Evans („Knives Out“) und Paul Bettany („Der große Crash“) landet Robert Downey Jr. mit zehn Auftritten auf dem dritten Platz der meisteingesetzten Marvel-Stars. Lediglich zwei Herren waren in mehr MCU-Produktionen zu sehen: Don Cheadle („Hotel Ruanda“) und Samuel L. Jackson („Pulp Fiction“). Während der erstgenannte als War Machine elf Auftritte hingelegt hat (den bevorstehenden Film „Armor Wars“ miteingerechnet), mischte Samuel L. Jackson als Nick Fury in ganzen 14 Produktionen im MCU mit (auch hier sind die bevorstehenden Projekte „Secret Invasion“ sowie „The Marvels“ miteinbezogen worden).
Die Entscheidung, Robert Downey Jr. als Iron Man zu besetzen, war eine der kühnsten und folgenreichsten in der Geschichte des Marvel Cinematic Universe. Der ehemalige Marvel-Chef David Maisel erinnert sich noch genau an den Widerstand, den er im Vorstand erlebte. „Mein Vorstand hielt mich für verrückt, die Zukunft des Unternehmens in die Hände eines Drogensüchtigen zu legen“, sagt Maisel. Downey Jr. hatte in den späten 1990er und frühen 2000er Jahren mit schweren Drogenproblemen zu kämpfen, die ihn immer wieder ins Gefängnis brachten und seine Karriere fast zerstörten. Doch Maisel war überzeugt, dass der Schauspieler die nötige Reife und das Talent besaß, um die Rolle des Tony Stark zu verkörpern – einen Charakter, der für seine Intelligenz, Arroganz und innere Zerrissenheit bekannt ist.
Die Alternativbesetzung Timothy Olyphant, der vor allem durch Serien wie „Deadwood“ und „Justified“ bekannt wurde, galt als sicherere Wahl. Olyphant hatte zu dieser Zeit eine solide Karriere, aber nicht das Star-Potenzial, das Downey Jr. mitbrachte. Jon Favreau, der Regisseur der ersten beiden Iron-Man-Filme, setzte sich massiv für Downey Jr. ein. Favreau erkannte, dass der Schauspieler in der Lage war, die komplexe Persönlichkeit von Tony Stark authentisch darzustellen. „Robert hat eine Energie und eine Verletzlichkeit, die perfekt für diese Rolle sind“, sagte Favreau in einem späteren Interview. „Man spürt, dass er einen dunklen Weg hinter sich hat und jetzt bereit ist, neu anzufangen – genau wie Tony Stark.“
Die Dreharbeiten zu „Iron Man“ begannen 2007 unter strengen Auflagen. Downey Jr. musste regelmäßig Drogentests bestehen, und sein Vertrag enthielt Klauseln, die bei Rückfällen eine sofortige Kündigung vorsahen. Doch der Schauspieler blieb clean und lieferte eine Performance ab, die das gesamte Genre des Superheldenfilms neu definierte. „Iron Man“ startete 2008 und spielte weltweit über 585 Millionen US-Dollar ein. Der Film legte das Fundament für das gesamte Marvel Cinematic Universe, das bis heute über 30 Milliarden US-Dollar eingespielt hat.
Die Bedeutung dieser Besetzungsentscheidung kann kaum überschätzt werden. Ohne Robert Downey Jr. als Iron Man gäbe es das MCU wahrscheinlich nicht in seiner heutigen Form. Der Schauspieler wurde zum Gesicht des Franchise und trug maßgeblich dazu bei, dass Marvel Studios zu einem der erfolgreichsten Filmstudios der Welt aufstieg. Seine Darstellung von Tony Stark prägte Generationen von Zuschauern und brachte ihm zahlreiche Auszeichnungen ein, darunter mehrere MTV Movie Awards und einen People's Choice Award.
David Maisel, der 2007 als Chief Operating Officer zu Marvel kam und später zum Präsidenten der Marvel Studios aufstieg, blickt mit Stolz auf diese Entscheidung zurück. „Die Leute vergessen oft, wie riskant das damals war. Robert war nicht nur ein Ex-Junkie, sondern auch ein Schauspieler, der in den letzten Jahren kaum erfolgreiche Filme gedreht hatte. Aber ich wusste, dass er das Zeug dazu hat, ein Superstar zu werden. Mein Bauchgefühl hat sich zum Glück als richtig erwiesen.“
Die heutige Wahrnehmung von Robert Downey Jr. ist von Respekt und Bewunderung geprägt. Er gilt als einer der bestbezahlten Schauspieler Hollywoods und hat mit Filmen wie „Sherlock Holmes“, „Tropic Thunder“ und „The Judge“ seine Vielseitigkeit unter Beweis gestellt. Sein Comeback von den Drogenexzessen zur Oscar-Nominierung (für „Chaplin“) und schließlich zur Marvel-Ikone ist eine der bemerkenswertesten Karrieregeschichten der Filmgeschichte.
Abschließend bleibt festzuhalten: Die Entscheidung, Robert Downey Jr. als Iron Man zu besetzen, war nicht nur eine Frage des Talents, sondern auch des Mutes. Mut eines Vorstands, der gegen die eigene Überzeugung handelte, und Mut eines Schauspielers, der eine zweite Chance nutzte. Diese Geschichte zeigt, dass manchmal die riskantesten Entscheidungen die größten Erfolge hervorbringen.
Source: KINO News